Arbeit 4.0: Wenn Führung neu gelebt wird


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Cindy Eggs, Studiengangsleiterin, Fernfachhochschule Schweiz (FFHS)

Die Digitalisierung verändert, wie unser Arbeitsleben aussieht. Allerdings betreffen diese Veränderungen nicht nur die Technik. Vielmehr geht es bei Arbeit 4.0 um einen Kulturwandel und ein neues Verständnis von Führung.

Schnelllebig, unsicher, komplex, mehrdeutig. So beschreiben Experten die Rahmenbedingungen der aktuellen Arbeitswelt. Diese Dynamik verlangt von Arbeitnehmenden, dass sie sich beständig weiterentwickeln. Für Führungskräfte steigt der Druck, denn sie müssen gewährleisten, dass ihre Teams unter diesen Bedingungen die besten Leistungen erbringen.

Menschen in den Vordergrund stellen
«Vertrauen, Transparenz, Offenheit und Eigenverantwortung prägen die moderne Unternehmenskultur», erklärt Cindy Eggs zu. Sie verantwortet den neuen Weiterbildungsstudiengang MAS Arbeit 4.0, der 2018 erstmals an der FFHS durchgeführt wird. Der Studiengang richtet sich an Führungspersonen, Personal- und Organisationsfachleute, die noch nicht genau wissen, wie sie ihre Firmen und Teams von eher traditionell-hierarchischen zu flachen, agilen, digital gestützten Organisationen transformieren können.

«Leader sind mehr und mehr Coach und amtieren immer weniger als klassischer Chef», so die Studiengangsleiterin Eggs. Führungskräfte müssten lernen, den Menschen und seine individuelle Weiterentwicklung in den Vordergrund zu stellen. Denn die «Chefin 4.0» ist empathischer, sie bindet Mitarbeitende verstärkt in Entscheidungen ein und motiviert sie. Sie fördert flexibles und selbstorganisiertes Arbeiten.

Rahmenbedingungen schaffen
Arbeit 4.0 konfrontiert Führungspersonen also mit neuen Anforderungen und neuen Aufgaben. Leader beschäftigen sich etwa immer mehr auch mit HR-Aufgaben wie der Rekrutierung oder dem Performance Management. Zudem sollen sie Finanzverantwortliche, strategische Vordenker, personelle Führungsverantwortliche sein: Der Druck steigt.

Um mit diesen steigenden Anforderungen umgehen zu können, eignen sich moderne Leader neue Führungsansätze an, erklärt Cindy Eggs: «Sie treten als integres Vorbild auf, vermitteln Sinn und motivieren, brechen Denkmuster auf und schaffen Rahmenbedingungen, in denen sich Mitarbeitende weiterentwickeln können». Die neuen Leader sind demnach Coaches, die orientieren, begleiten und die Rahmenbedingungen schaffen, damit andere ihren Weg finden.

Vertrauen lernen
«Diese Art der Führung setzt ein ganz fundamentales Umdenken voraus», erklärt Cindy Eggs, «Vertrauen ersetzt die Kontrollmentalität.» Chefs müssen lernen, Verantwortung auf ihr Team zu übertragen, und Mitarbeitenden in ihrem Bereich freie Hand zu lassen.
Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Chefs fällt natürlich nicht vom Himmel. Es entsteht, wo Anlass dazu gegeben wird. «Transparenz und eine offene Feedbackkultur sind die wohl wirksamsten Instrumente auf dem Weg von traditioneller Führung zu digitalem Leadership», schliesst Cindy Eggs.

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